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Bau- und Flugbericht einer Yak 54 mit 3m Spannweite


Click mich!!! Wer kennt sie nicht, die vielen Extras, CAPs in unterschiedlichsten Versionen auf den Modellflugplätzen und unzähligen Flugtagen. Aus diesem Grund sollte mein erstes 3m Modell keine Extra o.ä., sondern eine YAK 54 sein. Den Stein ins rollen bracht die Videokassette vom TOC 98. Ich hatte bis damals alles mögliche an Modellen querbeet geflogen. Im Bereich Großmodelle hatte ich bereits einige Erfahrung mit verschiedenen Modellen zuletzt eine FW 190 mit 2,8m Spannweite, die ich aus Holz komplett selbst gebaut hatte. Aber seit der TOC Kassette 98 ließ mich der Gedanke an eine 3m Kunstflugmaschine nicht mehr los.
Realität wurde dieser Gedanke als ich 99 bei "Edi`s Modellbaupardies" eigentlich zunächst nur Zubehör kaufen wollte. In seinem Verkaufsraum sah ich den Rumpf einer YAK 54. Auf dem Nachhauseweg hatte ich dann ein Auto voller GFK Teile der YAK 54. Edi vom Modellbauparadies, hatte mir bereitwillig noch zugesichert die Flächengeometrie, sowie die Profile nachzuschicken, da ich Flächen, Leitwerke etc. selbst bauen wollte. (Kostenminimierung) Flächengeometrie, Rudergröße etc. habe ich später masstäblich aus der original 3 Seitenansicht übernommen, die ich ebenfalls von Edi bekommen habe.


Flächenbau
Als erstes wurden nach bekannten Verfahren die Kerne der Fläche und Leitwerke aus Styropor geschnitten. Bei den Flächen habe ich aus Festigkeitsgründen ein sehr feinporiges Styropor verwendet. Dies ist zwar etwas schwerer, hat aber eine entsprechend höhere Belastbarkeit. Im Bereich des Steckungsrohres und der Servoschächte habe ich vor dem Beplanken mit 1,2er Balsa als Verstärkung noch verschiedene Glasfasermatten eingelegt . Als Beplankung habe ich mir bei Edi Balsaplatten von 40cm breite und einer Länge von 1,5m besorgt. Diese Platten sind sehr Leicht und haben eine saubere geschliffene Oberfläche.
Quer- und Höhenruder wurden wie bei der Originalmaschine mit Hornausgleichsklappen versehen. Dies ist zwar ein erhöhter Bauaufwand, der aber meiner Ansicht nach durch die bessere Optik und günstigere Ruderlastverteilung gerechtfertigt ist.

Rumpf
Alle GFK Teile der Yak sind extrem Leicht bei guter Verarbeitung. Der Rumpf wog lediglich 1300 Gramm. Bei einem Modell dieser Größe ist dies extrem leicht.
Im Rumpf wurden insgesamt 4 Spanten, bzw. Halbspanten zur Verstärkung und als Tankhalterung eingebaut. Verwendet wurde 4mm Pappelsperrholz, dass von der Festigkeit ohne Probleme ausreicht.
Als Motorspant habe ich 8mm Sperrholz verwendet. Dieser Spant ist als Kreisring ausgebildet. D.h. der Spant hat einen Aussendurchmesser von ca. 34 cm und eine Bohrung von etwa 28 cm. Diesen Spant habe ich von innen mit zusätzlichen Kohle/ Kevlar Verstärkungen eingehartzt und dann den Rumpf entsprechend der Bohrung ausgeschnitten. Click mich!!! Als Motordom habe ich eine Art Hut aus 3er Sperrholz und 4er Balsa !! gebaut. Anschließend wurde alles mit 2 Lagen 160 Gramm Kohle/ Kevlarmatte innen und aussen überzogen. Dadurch hat man bei geringstem Gewicht eine enorme Festigkeit. Dieser Motordom wird dann später mit 8 M6er Schrauben an den Kreisringmotorspant geschraubt. Durch diese Ausführung des Motordomes hat man eine komplette Einheit von Motor, Schalldämpfer, Zündung + Akku, sowie das Drosselservo. Bei evtl. Montage- oder Wartungsarbeiten hat man dann sehr schnell nach herausschrauben der 8 Schrauben die komplette Einheit vor sich und kann durch die große Öffnung im Motorspant hervorragend an alle Teile des Innenlebens.
Viel Arbeit bereiteten die Lüftungsklappen der Motorhaube. Insgesamt 10 solcher Klappen mit je 5 Öffnungen wurden entsprechend der 3-Seitenansicht angebracht. Doch die Mehrarbeit hat sich wegen der Optik, sowie auch durch die wesentlich bessere Kühlung des Motors rentiert.

Motor
Bei der Wahl des Motors habe ich mich für den 160er ZDZ entschieden. In verschiedenen Berichten werden ZDZ Motoren zwar nicht immer gelobt, aber da ich seit längerer Zeit einer 80er problemlos mit vollster Zufriedenheit bei guter Leistungsabgabe betreibe, habe ich mich trotzdem für ZDZ entschieden. Der 160er hat ein sehr gutes Gewichts- Leistungsverhältnis. Bei ca. 3500 g Gewicht entwickelt er nach Herstellerangaben die Leistung von etwa 15 PS. Als Schalldämpfer wählte ich einen 2 in 1 Expansionsschalldämmpfer von PEFA. Dieser Schalldämpfer ist sehr sauber verarbeitet und wie die Krümmer aus Aluminium gefertigt

RC-Anlage
Click mich!!! Pro Höhenruder habe ich je ein, und für die Querruder je zwei Servos von Hitec TYP 645 MG verwendet. Beim Betrieb mit 6 Volt Stromversorgung hat ein Servo dann ca. 9,5 Kg Stellkraft. Diese Kombination hat mir Edi als noch akzeptabel empfohlen. Ich denke mit ca. 100.-DM pro Servo ist dies eine noch zu erschwingende , aber als untere Grenze zu betrachtende Servokombination.
Für das Seitenruder habe ich 2 Power Servos mit gemeinsam ca. 40 Kg Stellkraft zusammengekoppelt. Die hohe Stellkraft für das Seitenruder ist für einen großen Seitenruderausschlag bei entsprechender Ruderkraft wichtig.
Als Empfänger verwende ich den RX 12 von MPX. Durch die Möglichkeit 12 Servos anzuschließen kann man jedes Servo ohne V-Kabel o.ä. separat an einen Kanal anschließen und benötigt dadurch keine Impulsverstärker. Die Stromversorgung erfolgt über einen 5 zelligen 2400mAh-Akku. Ein Fachhändler aus Donauwört (Modellbau Deutsch)bietet eine entsprechende Anordnung mit einem verstärktem Schalterkabel für Großmodelle an. Um keine Probleme mit der Stromzufuhr zu bekommen hat dieses Schalterkabel 2 Anschlüsse für die Stromversorgung des Empfängers. Es scheiden sich hier die Meinungen über die Vor- und Nachteile zum Einsatz von einer Doppelstromversorgung. Letztlich muß man dies für sich selbst entscheiden.

Abschlußarbeiten
Click mich!!! Wegen der Verwendung des doch schwereren Styroprs entschied ich mich für ein Bügelfolienfinish um das Gewicht noch im Rahmen zu halten. Als Trockengewicht hatte ich maximal 18 Kg veranschlagt. Die Flächen und Höhenleitwerk wurden weiß gebügelt. Alle zusätzlichen Farben wurden mit 2-K Autolack auf die Folie gespritzt. Dies hat sich in der Vergangenheit bereits gut bewährt.
Alle GFK Teile wurden gefüllert und nach entsprechenden Naßschleifarbeiten mit 2-K Autolack gespritzt. Viel Arbeit bereiteten wieder die Kühlklappen der Motorhaube, da bei dem gewähltem Design für das Lackieren die Klappen einzeln mehrmals abgeklebt werden mußten.
In meinem Garten habe ich dann den 160er einlaufen lassen. Der Motor sprang nach dem Ansaugen sofort an. Zum Einlaufen habe ich eine 30*10 Menz Zweiblatt-luftschraube verwendet. So habe ich ca. 2 Liter Gemisch 1:40 bei wechselnder Belastung für das Einlaufen verwendet. Dem ZDZ Motor alle Ehre: Die Vergasereinstellung hat fast auf Anhieb gepaßt. Die Einstellung war lediglich ein bißchen zu Fett. Für die ersten Betriebsstunden ist das aber i.O. Nach dem Einlaufen habe ich eine 30*12 Menz Zweiblattluftschraube montiert. Mit dieser Latte entwickelt der Motor mit ca. 6000U/min eine enorme Zugkraft, bei sehr geringen Vibrationen. Die Kurbelwelle wurde bei den letzten Versionen gewichtsmäßig erhöht, was sich sehr positiv auf das Laufverhalten auswirkt. Ich bin bis jetzt auf alle Fälle rundherum mit den ZDZ`s zufrieden. Mit Hr. Amellung hat man außerdem einen kompetenten Händler der sich mit seinen Motoren hervorragend auskennt und sich entgegen manch seiner Händlerkollegen, zum Herstellerland CZ bekennt. So manch renomierte Händler wertet Produkte aus Tschechien ab und läßt aber hintenrum selbst in CZ fertigen.

Fliegen
Click mich!!! An einem schönen Samstag im August diesen Jahres war es dann endlich soweit. Das Trockengewicht hat sich wie geplant auf knapp 18 Kg eingependelt. Man könnte sicher noch gut ein Kilo leichter bauen, aber ich denke das Gewicht liegt noch im akzeptablen Bereich.
Motor noch einmal gecheckt, Nerven noch mal beruhigt und dann gings los. Der Erstflug ließ allen Aufwand und die unzähligen Stunden im Bastelkeller vergessen.
Der Motor zog die Yak mit enormer Kraft nach ca. 20m Rollstrecke in die Höhe. Die Yak 54 fliegt! Und wie sie fliegt, einfach traumhaft! Es waren praktisch keine Trimmkorekturen notwendig. Ich mußte lediglich leicht auf Höhe trimmen, was aber auf eine geringe Kopflastigkeit zurückzuführen ist. Vorsichtshalber hatte ich die Yak beim Auswiegen bewußt ein bißchen kopflastig gehalten. Nach herausnahme des Trimmbleis wird das Trockengewicht bei ca. 17.6 Kg liegen.
Die JAK 54 ist äußert gutmütig und zeigt ein sehr neutrales und ausgewogenes Flugverhalten. Ich bevorzuge zum Fliegen auf allen Rudern min. 50 % Expo. Mit dieser Einstellung läßt sich die Yak auch bei großen Ruderauschlägen hervorragend weich und bei Vollausschlag sehr wendig fliegen. Die JAK zieht sauber durch alle Flugfiguren. Besonders beeindruckt hat mich der Messerflug. Mit weniger als Viertelgas hält sich die JAK bei halben Seitenruderausschlag im Messerflug. Gibt man Gas, zieht die Yak zum Messerflugloop hoch. Die Yak hat eine niedrige Fluggeschwindigkeit, was ein sehr realistisches Flugbild abgibt. Die Yak mit Vollgas zu fliegen ist eigentlich nur in senkrechten Figuren möglich, bzw. sinnvoll. Der 160er hat mehr als genug Leistung, so das in der horizontalen Viertelgas vollkommen ausreicht. Im Flug erweist sich die 30*12 Latte als noch zu klein. Nach Rücksprache empfiehlt Hr. Amellung eine 30*14 Menz Zweiblattlatte, mit der dann ca. 5800U/min am Boden erreicht werden.
Das Landen mit der Yak geht auch ohne größere Schwierigkeiten. Gas raus, und die Yak baut durch den großen Stirnwiderstand und durch die Bremsende Latte sehr schnell Höhe ab. Die JAK wird dann sehr langsam ohne irgendwelche Tendenzen zum Abschmieren zu haben. Meine Extra 260 mit 2,14m Spannweite ist vom Anspruch her schwieriger zu Landen als die Yak. Ich muß allerdings zugeben, dass die ungewohnt großen Dimensionen der Yak54 einem zu Anfang noch eine Art "Ehrfurcht oder Respekt" beim Fliegen und Landen einflössen.
Ich bin letztlich rundherum begeistert, wie schön und relativ unkompliziert sich die 3m JAK fliegt und hoffe, dass mir die JAK noch lange erhalten bleibt.
Sollte jemand noch zusätzliche Fragen etc. haben, bin ich gerne bereit Auskünfte zu geben. Unter Gholzwarth@t-online.de kann man mich per Mail erreichen.

Günter Holzwarth



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